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Die dritte Generation auf Reisen

Das Abenteuer von Gottfried Franz und Bernadette

Nach dem sie ihre Studien erfolgreich abgeschlossen hatten, begaben sich Gottfrid Franz - bereits die dritte Generation von Mayer Yachten - und seine Partnerin Bernadette mit dem Motto " Wann, wenn nicht jetzt" auf ein Abenteuer.


Die erste Etappe mit Start auf La Palma (Kanaren) war eine Atlantikübersegelung auf der "Tres Hombres", ein Segelfrachter, welcher ohne Motor und nur unter Segeln Waren über den Atlantik verschifft. Nach drei ereignisreichen und lehrreichen Wochen, haben die beiden Abenteurer Mitte Jänner Barbados in der Karibik erreicht.

Die Segelreise - welche La Palma, die Atlantikübersegelung, Barbados, Martinique, die Grenadinen und Grenada beinhaltet - ist begleitet von einer Ausblíldung in der traditionellen Frachtschifffahrt. Das bedeutet auch viel Arbeit: Deck-Schrubben, Klettern, an Leinen ziehen, Segel nähen, Leinen reparieren oder das Einladen von Rumfässern und Kaffeesäcken sind nur eine kleine Auswahl vom Tagesprogramm.

Die Vielfalt an Tätigkeiten ist begleitet von großartigen Erlebnissen, wie zum Beispiel Schwimmen mit Walen zu Weihnachten, oder ein abenteuerlicher und höchst emotionaler Warenaustausch mit Fischern kurz vor Silvester.

Auf dieser Seite finden Sie Reiseberichte über die Segelreviere und Inseln, sowie Information der Atlantikübersegelung. Die meiste Zeit haben sie aktuell Ihre Hände an den Leinen, sie bemühen sich aber Ihre Erlebnisse so rasch als möglich auf Papier zu bringen!

Übrigens: das Motto "Wann, wenn nicht jetzt" (kurz: wwnj), kommt nicht von irgendwo. Nachdem die beiden letztes Jahr fast alle Vorträge der SEENOMADEN begleiteten, wurde ihr Fernweh immer stärker. Nach einigen Unterhaltungen mit Doris und Wolfi, sagten diese zu ihnen: "Geht auf Reisen, solange ihr jung seid", da war für die beiden Abendteurer klar: Wann, wenn nicht jetzt.  

Mehr Informationen finden Sie unter: FacebookInstagram, Homepage 

Reiseberichte


Atlantikübersegelung

21.12.2018 – 11.01.2019

Auszüge aus unserem Tagebuch:

21.12.2018 In der Früh teilt uns Kapitän Rémi mit, dass wir um 12:00 Uhr den Hafen in La Palma verlassen sollen, da sonst der Südwind zu stark wird. Schnell helfen alle zusammen. Um 12:00 Uhr ist es wirklich soweit und wir verlassen den Hafen. Kaum sind wir aus dem Hafen draußen wird Bernadette auch schon seekrank und muss sich zwei mal übergeben. Aufgrund der etwas komplizierten Ausfahrt aus dem Hafen, schieben Duarte (unser erster Offizier) und Gottfried mit dem Beiboot (Dingi) die motorlose Tres Hombres an. Das erweist sich als ein längeres und nasseres Unterfangen als gedacht. Nach einiger Zeit sind wir von der steinigen Küste weit genug entfernt und segeln in unsere erste Atlantiknacht, die vom Vollmond begleitet wird.

Die Crew wird in drei Gruppen aufgeteilt, die Starboard Watch, die Portside Watch und die dritte Gruppe besteht aus Köchin (Giulia aus Italien), Bosun (Bootsmann) (Mikael aus den USA) und Kapitän (Rémi aus Frankreich), welche untertags arbeiten. Zum Glück werden wir beide in die Starboard Watch eingeteilt. In dieser Watch ist der erste Offizier, also unser Chef, Duarte aus Portugal, unsere Deckhand (Matrosin) ist Laura aus Australien, mit uns sind noch Clemens aus den Niederlanden und Lewis aus Australien Trainees. Während wir arbeiten, schläft die Portside Watch (zweiter Offizier: Adriaan aus Niederlande, Deckhand: Liz aus den USA und Collin aus Frankreich, Trainees: Simon aus Österreich und Lode aus Belgien). 15 Minuten vor Watch-Ende werden die anderen aufgeweckt.

1. Watch (von jetzt an bis 20:00 Uhr): damit Bernadette nicht mehr so schlecht ist, darf sie gleich ans Steuer. Bereits in der ersten Watch werden wir mit einem Besuch von Delfinen belohnt. Nach dem Abendessen gehen wir für vier Stunden schlafen.

2. Watch (00:00-04:00 Uhr 22.12.2018): Gottfried wird beim Kaffeekochen in einer Welle vom heißen Wasserkocher komplett angeschüttet. Zum Glück haben wir eine große Reiseapotheke. Gottfried hingegen bewirft Lewis, welcher unter ihm schläft, mit dreckigen Socken die ihm unabsichtlich ausgekommen sind. Alle lachen und von nun an nennt ihn Lewis nur noch “Dropper”.

3. Watch (08:00-14:00 Uhr 22.12.2018): Klettereinschulung. Bernadette ist noch immer seekrank. Samstag ist Putztag. Wir klettern zusammen nach vorne auf den Bugspriet, dort genießen wir die Zweisamkeit über den Wellen.

4. Watch (20:00-00:00 Uhr 22.12.2018): Das Abendessen (Suppe) wird an Deck verspeist, da uns in der Galley zu schwindlig ist.

5. Watch (04:00-08:00 Uhr 23.12.2018): Bernadette ist noch immer schwindlig. Sie hilft Duarte und Lewis beim Position bestimmten anhand von Mond und Venus mit Hilfe des Sextanten. Außerdem lernen wir wie man das Royal Segel birgt. Als die Wellen höher werden, merkte Bernadette, das Wasser in ihr Bett tropft.

6. Watch (14:00-20:00 Uhr 23.12.2018) Bernadette wacht ist in dieser Watch gleich seekrank auf. Allerdings gibt es Quesadillas, die sie sehr gern isst. Da Sonntag ist, ist wenig zu tun. Gottfried fühlt sich schon wohler im Klettergurt und klettert auf den Mast.

7. Watch (00:00- 04:00 Uhr 24.12.2018): Weihnachten. Der Wind wird weniger. Zum Glück auch die Wellen.

8. Watch (08:00-14:00 Uhr 24.12.2018): Da die Wellen niedriger sind, geht es Bernadette besser. Gottfried bringt zur Kaffeejause die Süßigkeiten mit, welche wir von Sophie aus La Palma geschenkt bekommen haben. Zu Mittag kochen wir beide einen Karfiolauflauf, da die Köchin am Montag immer frei hat. Nach dem Mittagessen gehen wir schlafen.

9. Watch (20:00- 00:00 Uhr 24.12.2018): Noch bevor unsere Watch beginnt, weckt mich Gottfried auf, da wir von Finnwalen begleitet werden. Da Flaute ist, dürfen wir zu den Walen ins Meer springen. Was für ein schönes Walschwimm-Erlebnis zu Weihnachten.

10. Watch (04:00-08:00 Uhr 25.12.2018): Der Wind frischt wieder auf. Wir bereiteten für die Portside Watch eine weihnachtliche Schnitzeljagd vor. Da der Großteil der Crew Weihnachten am 25. Dezember feiert, feiern wir am Schiff heute Weihnachten.

11. Watch (14.00-20:00 Uhr 25.12.2018): Weihnachtsessen, zu welchem wir unsere (noch in Wien) selbstgebackenen Weihnachtskekse mitbringen. Außerdem fixieren wir einen Holzblock, der locker geworden ist.

12. Watch (00:00-04:00 Uhr 26.12.2018): Bernadette ist übel. Sie übergibt sich vier mal und darf früher schlafen gehen.

13. Watch (08:00-14:00 Uhr 26.12.2018): Wir setzen die Stunsails und passen den Kurs an. Da wir die Passatwinde erreichen, ändern sich die Wellen und „rollen“ mehr. Alles schaukelt.

14. Watch (20:00-00:00 Uhr 26.12.2018): Als Segeltraining bergen wir die Stunsails und setzen sie anschließend wieder. Durch das starke schaukeln fällt das schlafen schwer.

15. Watch (04:00-08:00 Uhr 27.12.2018): Gleiches Segeltraining wie in der vorherigen Watch. Bernadettes Bauch fühlt sich trotz Tabletten schwummrig an.

16. Watch (14:00-20:00 Uhr 27.12.2018): Wir steuern nun direkt auf Barbados zu und sehen den ersten fliegenden Fisch. Gottfried verrichtet Malerarbeit am Rigg. Bernadette und Lewis reparieren ausgefranste Teile im Rigg. Dadurch sind ihre Hände voller Teer. Mit Öl bekommt man den Teer zum Glück ganz gut von der Haut. Wir sehen das erste Schiff vorbei fahren. Der Wind ist gut. „Wenn wir weiterhin so schnell fahren, brauchen wir nur noch 11 Tage“ hieß es. Es hat doch noch länger gedauert ;-)

17. Watch (00:00-04:00 Uhr 28.12.2018): Wir machen Popcorn und bestimmen Sterne. Gottfried geht mit einer riesigen Taschenlampe auf fliegende Fisch Jagd.

18. Watch (08:00-14:00 Uhr 28.12.2018): Beim Deckwash steigt Lewis auf einen fliegenden Fisch. Diesen zeigt er Kapitän Rémi und unsere Watch bekommt die Schokolade, welche Rèmi als Kopfgeld für den ersten fliegenden Fisch ausgeschrieben hat. Bernadette näht ein Segel. Gottfried errechnet unsere Position im Navigationsraum. Da die Passatwinde sehr konstant wehen, werden ab heute Urlaubswatches eingeführt. Das heißt in der Nacht darf jeweils eine Person der Watch zusätzlich schlafen gehen.

19. Watch (20:00-00:00 Uhr 28.12.2018): Ein Crewmitglied hat starke Knieschmerzen. Ein Knie ist aus unerklärlichen Gründen doppelt so dick wie das andere. Zwei fliegende Fische springen aufs Schiff. Wir werfen sie wieder zurück in den Ozean. Weil es Bernadette so gut geht, beschließt sie keine Tablette gegen Seekrankheit zu nehmen.

20. Watch (04:00-08:00 Uhr 29.12.2018): Wir setzen die Stunsails. Durch die lange Arbeit am Vordeck wird Bernadette immer übler. Zum Frühstück gibt es Bananenporridge. Bernadette kann nicht alles aufessen und muss sich fünf mal übergeben. Kapitän Rémi fragt sie, ob sie Tabletten nimmt. Er meinte sie sollte ab jetzt die Tabletten bis Barbados weiter nehmen. Er hat gehört, dass Personen mit einer guten Balance oft Probleme mit Seekrankheit haben.

21. Watch (14:00-20:00 Uhr 29.12.2018): Ein Tölpel besucht uns und verbringt die Nacht am Mast. Wir taufen ihn „Garry the Gannet“. Clemens wechselt in die andere Watch, da Lode aus dem Watch-System ausgestiegen ist.

22. Watch (00:00-04:00 Uhr 30.12.2018): Wir teilen unsere Urlaubswatch. Bernadette kann bis 02:00 Uhr schlafen und Gottfried von 02:00-04:00 Uhr.

23. Watch (08:00-14:00 Uhr 30.12.2018): Es ist Sonntag und uns wird gesagt, dass am Sonntag bis auf Manöver keine andere Arbeit ansteht und wir in der Zwischenzeit machen dürfen, was wir wollen. Wir wollen uns mit einem Kübel Meerwasser und Shampoo duschen. Als wir starten wird uns gesagt, dass wir noch auf Watch sind und nicht duschen können. Aber heute ausnahmsweise schon. Wir kennen uns nicht mehr aus und sind mit der Kommunikation, welche hier am Schiff herrscht unzufrieden. Zumindest sind wir nun zum ersten mal frisch geduscht.

24. Watch (20:00-00:00 Uhr 30.12.2018): Gottfried wacht schon vor dem „Wake Up“ auf und weckt später den Rest der Watch auf. Er berichtet, dass wir still-stehen weil wir von einem Fischerboot angefunkt und gefragt wurden, ob wir Rum gegen 20 kg Schwertfisch tauschen wollen. Als wir aus unserem Loch herausklettern, sehen wir bereits das Fischerboot. Während wir das Abendessen in der Hand haben, nähert sich das riesige und beleuchtete Boot von Backbord bis wenige Meter vor unserer Nase. Es ist so knapp dass der Kapitän lautstark „Alle Mann weg von der Reling!!“ schreit. Gottfried – etwas weiter entfernt – bleibt nur der Mund offen und er lässt vor Schreck seine Gabel fallen. Zum Glück kommt das Boot nun endlich zum Stillstand und es findet die äußerst emotionale und herzerwärmende Übergabe statt. Es war eine tolle Stimmung auf beiden Seiten. Adriaan kurbelte am Nebelhorn und Laura spielte auf ihrer Trompete.

25. Watch (04:00-08:00 Uhr 31.12.2018): Wir sehen zwei Delfine.

26. Watch (14:00-20:00 Uhr 31.12.2018): Wir verrichten Instandhaltungsarbeiten.

27. Watch (00:00-04:00 Uhr 01.01.2019): Bernadette wacht schweißgebadet aufgewacht. Zu Neujahr gibt es beim Steuerrad Rum und Kekse. Die Stimmung ist irgendwie komisch. Nach ein paar Minuten all jene, deren Watch endet schlafen. Nicht unser bester Rutsch in ein neues Jahr.

28. Watch (08:00-14:00 Uhr 01.01.2019): Wir reparieren immer mehr ausgefranste Leinen und lernen verschiedene Methoden.

29. Watch (20:00- 00:00 Uhr 01.01.2019): Wir messen unsere Geschwindigkeit mit Holzschnipsel, da unser Messgerät aufgrund des vielen Seegrases nicht mehr funktioniert.

30. Watch (04:00-08:00 Uhr 02.01.2019): Bernadette hat Urlaubswatch. Da es zum Frühstück wieder einmal Porridge gibt, lässt sie dieses aus und schläft weiter. Um 11:00 Uhr wachen wir beide auf und machen uns Avocado-Brote. Bernadette holt sich ein Buch aus der Bibliothek.

31. Watch (14:00-20:00 Uhr 02.01.2019: Nach dem Mittagessen putzen wir die Galley. Diesmal dauert es etwas länger, da Giulia in den Bänken kaputte Eier gefunden hat. Als sie die Bänke säubert, findet sie Zuckerl, welche wir anschließend beim Steuern naschen.

32. Watch (00:00-04:00 Uhr 03.01.2019): Gottfried ist schlecht gelaunt. Wir knacken zusammen Mandeln im Schraubstock auf und seine Laune wird besser.

33. Watch (08:00- 14:00 Uhr 03.01.2019): Wir sehen wieder Delfine. Bernadette repariert ein Segel. Gottfried arbeitet stundenlang an einer Leine ihm zwei mal gerissen ist. Beim dritten Versuch klappt es dann endlich. Giulia liest eine motivierende Nachricht von Andreas (einer der Tres Hombres) vor.

34. Watch (20:00-00:00 Uhr 03.01.2019) Eine ruhige Nachtschicht. Wir führen Gespräche über gute Filme, essen Popcorn und schreiben Tagebuch.

35. Watch (04:00-08:00 Uhr 04.01.2019): Gottfried rutscht aus und landet mit dem Po im Abwaschkübel.

36. Watch (14:00-20:00 Uhr 04.01.2019): Wir wachen früher auf und waschen uns und unsere Wäsche. Wir erblicken zum ersten Mal einen Tropenvogel. Ein fliegender Fisch rutscht über unsere Schuhe. Gottfried arbeitet an einem neuen Segel. Bernadette wird während dem Abendessen übel.

37. Watch (00:00-04:00 Uhr 05.01.2019): Diese Watch besteht aus einigen Manövern. Plötzlich bricht der schwere Yard zwischen dem Top- und Course-Stunsail in der Mitte auseinander. Die eine Hälfte des Yards fällt aufs Deck. Zum Glück wird niemand verletzt. Nach dem die beiden Stunsails geborgen sind, bleiben nur noch wenige Minuten, bis die nächste Watch beginnt.

38. Watch (08:00-14:00 Uhr 05.01.2019): Zum Frühstück gibt es einen leckeren Schokokuchen. Es ist Samstag, also Putztag. Wir reinigen die Galley gründlich. Danach klettern Gottfried und Lewis zum gebrochen Yard, um die andere Hälfte an Deck zu holen. Bernadette hilft Giulia beim Kochen. Bevor wir schlafen gehen philosophieren wir über unser Leben.

39. Watch (20:00-00:00 Uhr 05.01.2019): Wir beobachten die schwarzen Wolken und machen uns bereit im Ernstfall Segel zu bergen. Die Wolken überstehen wir ohne Manöver und es bleibt noch Zeit für Popcorn.

40. Watch (04:00-08:00 Uhr 06.01.2019): Es herrscht eine ähnliche Wetterlage wie in der vorigen Watch. Gottfried übernimmt das Brotbacken. Simon hat Stunden zuvor den Teig für vier Brote vorbereitet. Gottfried übersieht es und füllt den Teig in zwei Formen. Kurz vor dem Frühstück kommen zwei überdimensional riesige Laibe aus dem Ofen, die aber gut schmecken. Da Sonntag ist kocht Giulia zu dem besten Brot auch noch super Pancakes. Nach diesem leckeren Frühstück gehen wir schlafen.

41. Watch (14:00-20:00 Uhr 06.01.2019) Es ist Sonntag, also eigentlich unser „freier Tag“. Gottfried plant eine Liste mit allen Leinen zu machen, damit wir die vielen Leinen endlich verinnerlichen. Als wir damit anfangen, zeigen sich wenige Personen kooperativ uns die Informationen zu geben. Die Stimmung ist schroff, Müdigkeit und Grant begleitet die Crew. Während einem Manöver werden angeschnauzt. Diese Einstellung geht uns sehr nahe. Bernadettes Nerven liegen blank. Giulia bemerkt ihre Laune und holte sie in die Galley um mit ihr zu Kochen. Beim Zubereiten der leckeren Empanadas kann sie ihr Herz ausschütten. Gottfried kann dank der Hilfe von Lewis den Leinenplan fertigstellen.

42. Watch (00:00-04:00 Uhr 07.01.2019): Nach der Watch wird sie von Gottfried aufgeweckt, da dieser schlecht träumte und Nasenbluten hatte. Daraufhin kuschelt sie sich zu ihm in das schmale Bett.

43. Watch (08:00- 14:00 Uhr 07.01.2019): Duarte ist zum ersten mal auf Urlaub. Kapitän Rémi gibt die Anordnungen. Mikael und Lewis erklären uns die Aufgaben und loben uns sogar, als wir diese gut meistern. Auch von Rémi gibt es Tipps und Feedback. So macht segeln Spaß. Bernadette und Lewis kontrollieren alle Sicherungen der Schäkel. Bernadette findet am Galleydach einen Schäkel ohne Sicherung. Sie lernt von Lewis wie man eine Drahtsicherung anbringt. Wir werden von einem Zwergwal Pärchen ungefähr 3 Stunden lang begleitet. Ein Tölpel fliegt eine Zeit lang in Schiffsnähe.

44. Watch (20:00-00:00 Uhr 07.01.2019): Bernadette und Lewis messen die Geschwindigkeit mit einer festgebundenen Flasche, die sie ins Wasser werfen und die Zeit stoppen. Danach lernt Bernadette von Laura die Rechnungen zur Positionsbestimmung. Vor lauter Rechnungen hat niemand einen Blick auf die Zeit. Um 00:00 Uhr sind wir mit dem Rechnen fertig und wecken schnell alle auf.

45. Watch (04:00-08:00 Uhr 08.01.2019): Eine ruhige Nachtwache.

46. Watch (14:00-20:00 Uhr 08.01.2019): Wir entfernen den Rost auf der Ankerwinde. Danach hilft Bernadette Giulia beim Zubereiten der Lasagne. Duarte erklärt uns die Bedienung des Sextanten. Gottfried hat eine schwere Brandwunde auf seiner Hand, welche wir mit einem Verband schützen. Gottfried darf auf Lauras Trompete spielen. Zum ersten Mail in seinem Leben. Sein Traum geht in Erfüllung. Der Rest der Crew leidet allerdings etwas ;-)

47. Watch (00:00- 04:00 Uhr 09.01.2019): Eine weitere ruhige Nacht.

48. Watch (08:00-14:00 Uhr 09.01.2019): Gottfried ist schlecht gelaunt. Da wenig zu tun ist fragt er ob wir gemeinsam die Leinen noch einmal durchgehen können. Die Antwort lautet, dass wir es in unserer Freizeit machen sollen und jetzt Arbeitszeit ist. Diese Aussage stimmt uns beide schlecht, da es am Schiff nur sehr wenig Freizeit gibt. Gegen Ende der Watch fragt der erste Offizier dann Gottfried wie es ihm gehe. Er sagt darauf: „Nicht so gut, weil ich nicht verstehe, warum wir nicht lernen dürfen, obwohl wir Trainees sind.“ Danach führen sie ein langes und klärendes Gespräch. Am Ende vollzeiht er unsere Ansicht nach und führt darauf auch ein langes Gespräch mit Kapitän Rémi.

49. Watch (20:00- 00:00 Uhr 09.01.2019): Duarte lernt Gottfried einiges über die Segel und das Schiff.

50. Watch (04:00-08:00 Uhr 10.01.2019): Duarte führt ein langes und klärendes Gespräch mit Bernadette. Dann erklärt er auch ihr mehr darüber wie das Schiff aufgebaut ist und welche Leinen die Segel haben und wie die unterschiedlichen Kommandos lauten.

51.Watch (14:00-20:00 Uhr 10.01.2019): Da wir schon bald in Barbados ankommen sollten, bereiten wir den Anker vor. Gottfried sichert den Anker. Bernadette kocht mit Giulia Pizza. Land in Sicht! Ein paar Minuten lang blicken wir auf die Lichter, welche durch die Wellen mal mehr mal weniger sichtbar sind. Interessanter Weise ist es in diesem Moment nicht so aufregend, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir gingen schlafen.

52. Watch (00:00-04:00 Uhr 11.01.2019) Von nun an sind wir bis zum Ankern munter. Um 03:00 Uhr wecken wir die andere Watch auf. Alle helfen mit. Um 09:00 Uhr haben wir es nach einigen Manövern geschafft! Wir haben den Atlantik ohne Motor und ohne Verwendung des GPS übersegelt. Nun machen sich Glücksgefühle und Aufregung breit.

Nachdem wir alle Arbeiten abgeschlossen haben, dürfen wir an Land. Wir freuen uns und lassen das Beiboot ins Wasser. Doch dann … ????????



Martinique – unser spontaner Besuch bei Dream Yacht Charter
01.02.2019

Mit der Tres Hombres erlebt man täglich Überraschungen: Kurz vor der Abfahrt in Barbados erfuhren wir, dass wir nun doch nicht nach Grenada weiter segeln, sondern zuerst Rumfässer in Martinique laden werden. Eine willkommene Überraschung, denn Martinique ist auch ein beliebter Ort für Yachtcharter.  So ergab sich gleich eine weitere tolle Überraschung:  Als wir unseren kroatischen Freund Kreso von Dream Yacht Charter fragten an wen wir uns in Martinique wenden können um den Stützpunkt kennen zu lernen, meinte dieser: „Toll! Kommt! Ich bin auch gerade hier!“.

Also machten wir uns auf den Weg zum Stützpunkt. In den Büros stießen wir auf eine sehr angenehme und nette Stimmung. Kreso war gerade außerhalb des Büros beschäftigt. Das nahmen wir zum Anlass uns den Steg anzusehen, wo wir ihm zufällig begegneten und mit ihm anschließend gleich Mittag essen gegangen sind. Danach stellte er uns den Stützpunkleiter Damien Antoine vor. Dieser zeigte uns zwei Katamarane, welche er persönlich besonders empfiehlt. Zum einen die TS 42 (Baujahr 2015). „Mit diesem Katamaran kann man viel Spaß haben“, sagte Damien, als wir den Katamaran bestiegen. Das Motto ist hier „weniger ist mehr“. Er ist sehr minimalistisch gebaut, um möglichst leicht zu sein. Damien meinte: „Wenn man das Schiff kennt, kann man bei gutem Wind über 20 Knoten erleben“. Zum zweiten ist er auch sehr stolz auf die neue Bali 4.5 (Baujahr 2019) welche ein luxuriöses Urlaubserlebnis ermöglichen kann.

Weil die Nachfragen für die Karibik immer mehr werden, wollen auch wir unser Wissen über die  Stützpunkte in der Karibik erweitern. So konnte Damien uns einige nützliche Informationen und Tipps geben. Martinique ist der größte Dream Yacht Charter Stützpunkt in der Karibik. Es stehen 49 Katamarane und 12 Segelyachten zur Auswahl. Am Stützpunkt gibt es auch eine eigenen Werkstatt mit Mechanikern und Ersatzteilen. Es ist möglich von einem Stützpunkt los zu segeln, und das Schiff bei einem anderen Stützpunkt in der Karibik zurück zu geben. Eine beliebte Route in einem Zeitraum von 14 Tagen ist beispielsweise von Martinique über die Grenadinen bis nach Grenada zu segeln oder umgekehrt. Sollte das gewünschte Schiff sich nicht im passenden Stützpunkt in der Karibik finden, kann es auch von einem anderen Stützpunkt dorthin überstellt werden. Ganz neu ist der Stützpunkt auf St. Lucia. Ob wir diesen jedoch besichtigen können steht noch in den Sternen. 

Da Martinique zu Frankreich gehört, zahlt man hier ganz einfach mit Euro. Die Landessprache ist Französisch, aber mit Englisch kommt man gut durch. Das telefonieren mit den österreichischen Handyverträgen funktioniert ohne Mehrkosten. Jedoch kommt es hier darauf an, welches Netz man in Österreich hat. Vor dem Urlaub, sollte man dies eventuell bei seinen Vertragspartnern abklären.

Nach unserem Besuch, können wir den Stützpunkt in Martinique wärmstens empfehlen!

Wir machen uns nun auf zu einer weiteren Überraschung: Im Marina Restaurant findet heute zufällig eine Tres Hombres Rum-Verkostung statt :-)
P.s.: Wir feilen noch daran, unsere Eindrücke über die Atlantikübersegelung zu Papier zu bringen. Ein Bericht folgt in Kürze!

La Palma
08.12. - 21.12.2018

Um rechtzeitig für die „Tres Hombres“ auf La Palma zu sein, flogen wir bereits am 8. Dezember los. Der gewohnte österreichische Luxus wurde schnell aufgegeben. Als „Non-Priority-Passagiere“ flogen wir auf die äußerste kanarische Insel wo wir ein Hostelzimmer in El Paso (im Zentrum der Insel) reserviert hatten. Durch die schnelle Flugreise war der Kulturschock unmittelbar zu spüren.

Da die Tres Hombres erst am 16. Dezember in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma ankam, hatten wir noch ein bisschen Zeit diese vielseitige Insel zu erkunden. Nach einer Wanderung auf den Berg „Pico Bejenado“, wo man eine gute Aussicht in das Naturschutzgebiet „Caldera de Taburiente“ hat, fuhren wir in den Süden nach Fuencaliente de la Palma. Der Süden der Insel ist für seine Vulkane bekannt. Wir machten eine Wanderung über den Vulkan „San Antonio“ weiter zum Vulkan „Teneguia“ (welcher das letzte Mal 1971 ausbrach) bis zum Leuchtturm am südlichsten Punkt der Insel. Von hier gingen wir ein kleines Stück weiter zum „Playa de Echentive“. Hier wurde eine heilige Warmwasserquelle nach dem letzten Vulkanausbruch wieder entdeckt. Dieser schwarze Vulkansandstrand ist sehr empfehlenswert, da es unter anderem zwei Weiher gibt, in denen man auch bei starken Wind im ruhigen Salzwasser schwimmen kann. Wir haben diese großartigen Weiher natürlich gleich als Erfrischung genutzt.

Nach dem wir den Süden erkundet hatten, ging es weiter nach Santa Cruz de La Palma. Hier sollten wir auch bald auf die Tres Hombres aufsteigen. Doch bevor es soweit war, machten wir noch eine lange Wanderung inklusive Übernachtung am Berg. Von Santa Cruz stiegen wir bis in die Caldera de Taburiente hinauf. Unser Ziel war das „Refugio de los Roques“, eine Schutzhütte – hier kann man mit Schlafsack und Unterlagsmatte gut übernachten. Da wir etwas spät losgewandert sind, verpassten wir den Sonnenuntergang, wurden aber am nächsten Morgen mit einem wundervollen Sonnenaufgang belohnt. Diese Wanderung mit Übernachtung im Refugio ist auf jeden Fall für Abenteurer sehr empfehlenswert. Im Refugio haben uns ein Paar aus Deutschland und eine Belgierin, welche seit einigen Jahren auf La Palma lebt, herzlich empfangen. Mit diesen wundervollen Menschen blieben wir weiterhin in Kontakt und später besuchten sie uns am Schiff und besichtigten die Tres Hombres im Hafen. Die Wanderungen auf La Palma sollte man keines Falls unterschätzen. Die Insel ist sehr steil und es gibt wenige bis keine Wasserquellen, weshalb man immer genug Trinkwasser mitnehmen sollte. So könnte man zum Beispiel nach der Übernachtung im Refugio de los Roques den Wanderweg weiter bis zum „Roque de los Muchachos“  (höchster Berg der Insel) wandern. Wir waren allerdings vom Aufstieg, welcher über 2000 Höhenmeter betrug sehr erledigt, weshalb wir den Wanderweg weiter bis zur Straße gingen und von dort per Anhalter nach Santa Cruz gefahren sind.

Nachdem wir uns von dem Wanderabenteuer erholt hatten, erreichte die Tres Hombres kurz darauf Santa Cruz de La Palma. Von da an wohnten wir am Schiff, um uns an das Leben am Wasser zu gewöhnen. Es wurde hart gearbeitet – leere Rumfässer ausgeladen und volle Rumfässer wieder eingeladen. Bei dieser Arbeit muss gut Acht gegeben werden, da die Rumfässer gefüllt über 250kg wiegen. Daher auch die wichtigste Regel bei dieser Arbeit: Stehe niemals unter dem Fass! Die schwere Arbeit wurde mit einer Besichtigung der traditionellen und nachhaltigen Rumbrennerei „Destilerias Aldea S.L“, sowie einer anschließenden Rumverkostung belohnt. Durch das viele Arbeiten vernachlässigten wir das Tagebuch schreiben auch etwas. Am Morgen des 21. Dezember erfuhren wir dann, dass wir um 12:00 Uhr mittags losfahren werden. Wir waren plötzlich in Eile, da am Nachmittag der Südwind auffrischen sollte. So wurde das Schiff klar gemacht und noch schnell mit unseren Familien telefoniert. Um 12:00 Uhr war es tatsächlich soweit und wir verließen den Hafen. Den Norden der Insel mit seinen tollen Wasserfällen, haben wir leider nicht besichtigen können, aber so lohnt es sich noch einmal La Palma zu besuchen.

Gleich darauf wurde Bernadette seekrank und Gottfried verbrachte Stunden im Beiboot, aber das ist eine andere Geschichte, über welche wir euch auch bald hier berichten werden…

Ausflugstipps: Wanderung in der Caldera mit Übernachtung im Refugio de los Roques, Playa de Echentive zum Schwimmen in den Weihern, Naturschwimmbad „Piscinas Naturales Charco Azul“ in der Nähe von Los Sauces und nahe der Rumbrennerei, eine Besichtigung der Rummbrennerei, und vieles mehr!

Kulinarischer Tipp: „Restaurante Coral“ im Hafen: „If you think you are going the wrong way, you are right“
















Franz und Lewis reparieren ein Segel

Barbados wurde ohne GPS erreicht

TS 42 - Martinique

Stützpunkt auf Martinique

Martinique - vor Anker

Mit Damien auf Martinique

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